Für diese Auflage des Kiebitz lautet das Schwerpunktthema “Insekten”. Da bietet es sich geradezu an, einen Vogel vorzustellen, dessen Nahrung überwiegend aus Insekten besteht.
Der Trauerfliegenschnäpper ist ein kurzschwänziger, rundlicher Singvogel und wie alle Fliegenschnäpper ein Wartenjäger. Vorbeifliegende Insekten werden mit hörbarem Schnabelklappern aus der Luft gefangen. Sogar Schmetterlinge mit ihrem unberechenbaren Flug werden erbeutet. Insekten an Wänden und Baumrinden sammeln die Fliegenschnäpper im Rüttelflug ab. Die Beute wird gegen eine Unterlage geschlagen – so brechen die Flügel und Beine ab. Die übrigen harten Teile werden mitgefressen und später als Gewölle wieder ausgespien.
Die Männchen sind im Prachtkleid schwarzweiß, auf dem Rücken schwarz, die Unterseite sowie Flügelfleck und Schwanzaussenkanten sind weiß.. Über der Schnabelwurzel ist ein weißer Fleck erkennbar, der bei den Weibchen fehlt. Ansonsten sind die Weibchen nicht so kontrastreich gefärbt, sie wirken eher braungrau mit heller Unterseite, haben aber auch eine helle Flügelbinde.
Der Gesang des Männchens besteht im wesentlichen aus einer Reihe auf- und ablaufender Töne. Er kann leicht mit dem Gesang des Gartenrotschwanzes verwechselt werden.
Der Lebensraum dieses munteren Vogels sind lichte Wälder, Parkanlagen und Obstgärten mit vielen Nisthöhlen – auch Nistkästen mit einer großen ovalen Einflugöffnung (32 x 45 mm) werden gern angenommen.
Die Vögel kommen erst Ende April aus ihrem Winterquartier. Das Männchen sucht dann eine Nisthöhle – das Weibchen baut das Nest. Im Mai/Juni legt das Weibchen sechs bis sieben blassbläuliche Eier und bebrütet diese allein 12 bis 13 Tage lang. In dieser Zeit wird es vom Männchen gefüttert. Nach weiteren zwei Wochen verlassen die Jungvögel das Nest und werden noch ca. zwei Wochen lang von den Eltern gefüttert.
Der Bestand dieses Vogels ist in Mitteleuropa rückläufig. Bei uns gibt es noch wenige Bruten in aufgehängten Nistkästen im Gebiet Spörkelnbruch/Hildener Stadtwald. Ende August, Anfang September treten die Trauerfliegenschnäpper ihren Rückflug nach Afrika an.
Bleibt zu hoffen, dass wir diesen schönen Vogel auch in Zukunft bei uns beobachten können. Zunehmende Biotopvernichtung macht ihm bei uns das Leben schwer.
Besitzer von Obstwiesen können bei der AGNU entsprechende Nistkästen bestellen.
Stand: 16.2.2004