Premiere für den Kreis Mettmann: Sinusmahd auf der Wildwiese

Premiere für den Kreis Mettmann: Sinusmahd auf der Wildwiese

Premiere für den Kreis Mettmann: Sinusmahd auf der Wildwiese 

Zum ersten Mal wird im Kreis Mettmann von der AG Natur+Umwelt Haan e.V. (AGNU) auf einem Teil der von ihr gepachteten Ausgleichsfläche an der Niederbergischen Allee in Gruiten eine Sinusmahd umgesetzt. Bei dieser Mahd-Methode erfolgt die Mahd abschnittsweise. So wurde Anfang Juni in einem ersten Schritt ein mäanderförmig schlingernder Pfad, der sogenannte Sinuspfad, gemäht. Letzte Woche konnte dann das Mahdgut zusammen gerecht und zum besseren Trocknen auf sogenannte Schwaden gelegt werden. Aber das Wetter spielt nicht immer mit – erst heute konnte das Abräumen erfolgen. In den nächsten Wochen wird auf dieser Teilfläche alles innerhalb des Sinuspfades gemäht, ohne den Pfad selbst. Das Mahdgut wird dann wiederum abgefahren.Warum die Mühe, könnte man sich fragen. Eine Feldstudie hatte gezeigt, dass die positiven Auswirkungen der Sinusmahd auf die Artenvielfalt erheblich sind. Es zeigte sich, dass Sinusmahd zu mehr Variation im Mikroklima und zu einem für Insekten wertvolleren Blütenangebot im Sommer führt. Vor allem Wildbienen, aber auch einige typische Grünlandfalter wie das Große Ochsenauge profitieren davon. Am Ende der sechsjährigen Studie ergab sich eine um 44 Prozent höhere Biomasse der Insekten als die auf Referenzflächen. Dazu war die Individuenzahl an Insekten bei der Sinusmahd doppelt so hoch. Das zeigt, dass die Sinusmahd für ein breites Spektrum von Wirbellosen die Möglichkeit vergrößert, ihren gesamten Lebenszyklus im Grünland zu vollenden.

Text und Fotos: Joop van de Sande

Wildwiese: Sinuspfad
Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)

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