Das Ampfer-Grünwidderchen ist Schmetterling des Jahres 2023

Foto: B. Schmälter, Ampfer-Grünwidderchen Weibchen

Schmetterling des Jahres 2023 ist diesmal eine Art, die mit ihrem deutschen Namen schon viel über sich erzählt. Das Ampfer-Grünwidderchen (lat. Adscita statices) gehört zur Familie der Widderchen. Sie heißen so, da die Fühler der Tiere an das Gehörn von Widdern erinnern. Es gibt drei Unterfamilien, von denen eine die Grünwidderchen sind. Eine Familie, die fast alle grünlich metallisch schimmernd sind und häufig schwer zu unterscheiden.Das Ampfer-Grünwidderchen ist also grünlich metallisch schimmernd, manchmal auch ins türkise gehend. Nicht nur die Flügel schimmern so, sondern auch der Kopf, der Leib und die Fühler schimmern blaugrün. Lediglich der Hinterflügel, den man beim sitzenden Tier aber nicht sieht, ist grau. Die Spannweite beträgt rund 25 bis 30 mm. Es ist also ein etwas kleinerer Schmetterling.

Das Ampfer-Grünwidderchen ist das häufigste Widderchen. Die Raupen ernähren sich ausschließlich von den kleineren, sauren Ampferarten und zwar dem Wiesen-Ampfer (rumex acetosa) und dem Kleinen Ampfer (rumex acetosella), wobei er den Kleinen Ampfer wohl bevorzugt.

Wie das bei Schmetterlingen häufig ist, brauchen die erwachsenen Falter andere Pflanzen als Nahrung bzw. Nektarquelle. Ampfer-Grünwidderchen fliegen auf (rosa-)lila-blaue Blüten. Bevorzugt wird die Kuckuckslichtnelke (lychnis flos cuculi), aber auch in trockeneren Gebieten z.B. die Acker-Witwen-Blume, Flockenblumen, Distelarten oder bei magerem, etwas saurem Boden der Teufelsabbiss.

Foto: T. Laußmann, Ampher-Grünwidderchen Männchen

Der Schmetterling des Jahres wird jedes Jahr von der BND NRW Naturschutzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e. V. gekürt. Man möchte nicht nur auf diese kleinen, aber wunderschönen Tiere aufmerksam machen, sondern besonders auch auf ihre Gefährdung.

Obwohl das Ampfer-Grünwidderchen eigentlich sowohl in Wiesen, aber auch an sehr kargen, mageren Standorten vorkommen kann, denn die Raupenfutterpflanzen decken beide Standortbereiche ab, finden die Raupen nicht viel Nahrung, da der Ampfer von der normalen Landwirtschaft eher bekämpft wird, da er dem Vieh nicht so schmeckt. Und durch den hohen Nährstoffanteil in den Böden und weitere Düngung verdrängen die schnell wachsenden Gräser die Nektarpflanzen des Schmetterlings. 

Auch zu häufige Mahd oder an trockenen Standorten zu ungünstigen Zeitpunkten oder auf Weiden zu starker Viehbesatz lässt keine Nektarpflanzen wachsen. Artenreiche wechselfeuchte Wiesen als bevorzugter Lebensraum des Schmetterlings sind leider selbst gefährdet. Daneben sind natürlich die Entwässerung und Umnutzung solcher Flächen auch eine wichtige Ursache für die Gefährdung des Ampfer-Grünwidderchens, das in Nordrhein-Westfalen bereits als gefährdet gilt.

In Haan taucht er ab und zu vereinzelt auf. So zum Beispiel auf der Wildwiese an der Niederberger Allee. Allerdings konnte sich noch keine stabile Population entwickeln und in den letzten beiden Jahren gab es leider keine Beobachtung eines Ampfer-Grünwidderchens.

Aber im Bergischen gibt es durchaus noch Flächen, wo man das Ampfer-Grünwidderchen häufig beobachten kann.

Die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen veranstaltet am 03.Juni eine Exkursion zu einer Wiese zwischen Wermelskirchen und Remscheid auf der es große Chancen gibt, das Ampfer-Grünwidderchen zu sehen. Nähere Infos und Anmeldung hier.

Weitere Informationen zum Ampfer-Grünwidderchen:

Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälische Lepidopterologen: Das Ampfer-Grünwidderchen ist Schmetterling des Jahres

BUND Naturstiftung NRW: Schmetterling des Jahres 2023: Ampfer-Grünwidderchen

Titelfoto: A. Dahl, Ampfer-Grünwidderchen auf der Wildwiese

 

 

 

 

 

 

 

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