Teichpflege am 31.1.2026 an der Streuobstwiese am „Gut Zur Mühlen“  

Teichpflege am 31.1.2026 an der Streuobstwiese am „Gut Zur Mühlen“  

Titelfoto: Flachwasserzone

Teichpflege am 31.1.2026 an der Streuobstwiese am „Gut Zur Mühlen“  

Der ehemalige Mühlenteich, der neben unserer Streuobstwiese liegt und zusammen mit dieser zu einem Biotop gehört, das von uns, der AGNU-Haan, betreut wird, ist ein spannendes Areal für den Naturschutz und bildet einen besonderen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Der Teich ist im Laufe vieler Jahre verlandet. Die Wassertiefe reichte unserer Meinung nach nicht mehr aus, um als Laichgewässer für die Amphibien zu dienen. Es gab zwei Möglichkeiten, den Wasserstand zu erhöhen – Entschlammen oder höher Aufstauen. Entschlammen war zu aufwendig, also blieb nur aufstauen um 20 bis 30 cm.

Foto: Jürgen Jaeger, Tiefwasserzone

Die Aufstauung des Teiches bringt zahlreiche ökologische Vorteile mit sich. Unterschiedliche Wassertiefen schaffen verschiedene Mikrohabitate, die essenziell für die Entwicklung diverser Amphibienarten, wie Frösche, Kröten und Molche, sind. Während einige Arten flache, schnell erwärmende Uferbereiche für die Eiablage bevorzugen, benötigen andere tiefere Zonen als Rückzugsort und zur Überwinterung. Auch Libellen, Wasserkäfer und andere Wasserinsekten profitieren von der gestuften Teichstruktur, da sie so vielfältige Lebensräume finden. Darüber hinaus bieten die neuen Wasserzonen Vögeln wie dem Eisvogel, aber auch Fledermäusen, die über dem Wasser jagen, sowie zahlreichen Pflanzenarten, wie Wasserlilien und Schilf, neue Entwicklungsmöglichkeiten. Insgesamt müsste sich so die Artenvielfalt im gesamten Biotop deutlich erhöhen.

Foto: Jürgen Jaeger, der Ablauf ist abgedichtet

Unter der Anleitung von Uwe haben wir uns als „Biber“ betätigt und den Abflussgraben aufgestaut. So wie man das von Wiedervernässung von Mooren oder Sumpfgebieten kennt, wurden zuerst Bretter tief in die Erde eingeschlagen, um den Wasserfluss zu stoppen. Danach wurden im Abstand von jeweils 1 m, rechts und links der Sperre, Weidenstämme als Verstärkung eingearbeitet. Die Zwischenräume wurden danach mit Erde aufgefüllt.

Durch diese Maßnahme haben wir erreicht, dass es innerhalb des bisher verlandeten Teiches verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Wassertiefen gibt. Wie sich das Biotop in Sachen Artenvielfalt entwickeln wird, werden die kommenden Jahre zeigen.

Foto: Uwe Rabe, Abdichtung des Abflussess
Foto: Jürgen Jaeger, Verfüllung mit Erde
Foto: Jürgen Jaeger, das Stauwerk ist fertig
Foto: Uwe Rabe, Selfie vom Einsatzteam

Besonders spannend war zu beobachten, wie schnell sich das Wasser nach dem Aufstauen sammelte. Die Zusammenarbeit im Team hat uns viel Freude bereitet und wir haben wieder etwas dazugelernt.

Wir sind „guter Dinge“, was die zukünftige Entwicklung angeht.